Wikileaks-Enthüllungen: Was wusste die Bundesregierung von den kriminellen Umtrieben der CIA?

Die geheimdienstlichen Parallelstrukturen zur NSA, welche die CIA in Frankfurt/M. aufgebaut hat, sind hochgradig kriminell und im Unterschied zur NSA höchstwahrscheinlich auch gar nicht durch geheime deutsch-amerikanische Staatsverträge gedeckt.

Auf internationaler Ebene und speziell für die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind die jüngsten Enthüllungen von WikiLeaks von großer politischer Brisanz. Es geht dabei um die geheimen Überwachungsstrukturen. Strukturen, welche die CIA seit Jahren auch im US-Konsulat in Frankfurt/M. betreibt und mithilfe derer sie in Deutschland, Europa, Nahost und Afrika gezielt Personen, Behörden und Institutionen mit elektronisch Mitteln ausspioniert.

Im Hinblick auf ihr gezieltes Vorgehen unterscheiden sich die CIA-Operationen von jenen der NSA, die flächendeckend wie ein riesiger Staubsauger alle Informationen aufsaugt, derer sie habhaft werden kann. Die gigantische Datenmenge muss dort auf der Suche nach brauchbaren Hinweisen erst auf der Grundlage ebenfalls gigantischer Computerleistungen und unter Nutzung aller möglichen Algorithmen durchgesiebt werden.

Weiterlesen : https://de.sott.net/…/28605-Wikileaks-Enthullungen-Was-wuss…

Querverweis :

https://deutsch.rt.com/…/47513-wikileaks-enthullung-cia-wa…/

Drei Ausstellungen machen die Dimensionen der Überwachung erfahrbar

Menschen zu überwachen dient seit jeher dazu, Macht über sie zu erhalten. Wie schon vor Jahrhunderten mit psychologischen Mitteln gespäht wurde und wie sich zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit dem „überwachenden Blick“ auseinandersetzen, zeigen drei gut aufeinander abgestimmte Schauen in Berlin.

Ein Video, gedreht aus einer halbschrägen Vogelperspektive, zeigt eine Verkehrsinsel in Liverpool, voller geschäftiger Menschen und von Autoverkehr umflossen. Darin hervor sticht eine Frau in einem roten Trenchcoat. Sie bewegt sich langsam, zeitlupenhaft – ihre Augen sind geschlossen.

Wie sich herausstellt, erhält sie per Kopfhörer Anweisungen, wohin sie sich bewegen, wann sie stoppen soll, und zwar direkt von den Mitarbeitern einer Videoüberwachungszentrale. Sie verfolgen sie in Echtzeit auf ihren Monitoren, um sie fernzusteuern.

Das 18-minütige Performance-Video „Trust – The Evidence Locker“ von Jill Magid entstand zwar schon 2004, hat aber wenig von seiner Faszination eingebüßt. Es führt vor Augen, dass die Überwachung öffentlicher Räume stellenweise bereits so umfassend und ausgefeilt ist, wie es Agententhriller oder Science-Fiction-Filme zeigen, die man für übertrieben inszeniert halten würde.

Zudem geht es darin um das Verhältnis der Überwachten zu den Überwachern: Vertrauen wir ihnen blind, wie die Frau im Trenchcoat, weil sie erklärtermaßen zu unserem Schutz da sind? Oder nehmen wir sie gar nicht mehr wahr, wie all die anderen Menschen auf dem Platz, die womöglich von den Kameras wissen, sie aber längst als gewöhnte Normalität kennen und somit gar nicht mehr sehen?
Drei Ausstellungen im Verbund

Solche Überlegungen prägen den konzeptionellen Ansatz der Ausstellung „Watched! – Surveillance, Art & Photography“, in der auch Magids Video zu sehen ist. Kürzlich wurde sie in der Fotogalerie C/O Berlin eröffnet.

Die dort bis Ende April laufende Schau ist inhaltlich und organisatorisch verbunden mit zwei weiteren Ausstellungen, die zeitgleich im 100 Meter entfernten Museum für Fotografie laufen. Dort beleuchten „Watching You, Watching Me: A Photographic Response to Surveillance“ und „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“ gesellschaftspolitische und historische Dimensionen der Überwachung. Um es vorweg zu nehmen: Alle drei Ausstellungen sind einen Besuch wert und es lohnt sich, alle drei zusammen anzusehen.
Drohnen überlisten, sich unsichtbar machen

Als Einstieg empfehlen sich die Werke von rund 20 Künstlern im C/O Berlin. Mit ihren jeweils subjektiven Sichtweisen ziehen sie den Besucher direkt in das Thema hinein. Sie verstören, regen zum Nachdenken an oder verunsichern, was ja das Beste ist, was Kunst erreichen kann.

Etwa das Installations-Duo zu Drohnen von Ruben Pater. Bereits 2013 schuf der Designer den „Drone Survival Guide“, eine Anleitung, um Überwachungs- und Kampfdrohnen anhand ihrer Silhouette zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen. Etwa durch elektronische oder mechanische Ablenkungsmanöver wie den Einsatz einer Unfall-Wärmedecke, welche den Detektor einer Drohne überlisten kann. Wie man sich auch im Blickfeld normaler Kameras unsichtbar machen kann, zeigt Hito Steyerl mit ihrer Video-Installation aus dem gleichen Jahr. Neben Tarnung, Verschleierung und Maskierung empfiehlt sie auch die „Flucht in eine niedrigere Auflösung“, um in der Aufnahme kleiner als ein einzelnes Pixel zu erscheinen.

Wem solche Maßnahmen zu sehr nach Verschwörungstheorie und Aluhut-Panik klingen: Paters Drone-Survival-Guide ist sinnigerweise auf Aluminium-Papier gedruckt. Die DIN-A3-Bögen lassen sich von einem großen Block abreißen, mitnehmen und zu einer Kopfbedeckung falten. Wie praktisch.

Nicht weniger doppelbödig ist Paters Anschlussprojekt, das er gemeinsam mit dem Komponisten Gonçalo F. Cardoso realisierte: eine Schallplatte hält die Geräusche von Drohnen fest. So könne man die Flugroboter anhand ihrer spezifischen Akustik in Ausspäher, Angreifer und Paketlieferanten unterteilen. Für die Künstler die „Vogelbeobachtung des 21. Jahrhunderts“.
Mit Bilderfluten gegen Überwachungswahn

Trotz aller künstlerischen Ironie ruft Pater mit seiner Drohnenkunde die Dystopie der Terminator-Filme wach und holt sie ins Hier und Jetzt der Wirklichkeit. Ähnliches erreicht auch die Installation „False Positives“ von Esther Hovers. Ihr geht es um automatisierte Bilderkennung, die in Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen eingesetzt werden kann.

Die Systeme sollen „abweichendes Verhalten“ von Menschen erkennen, etwa wenn jemand schnell durch eine langsam laufende Menge rennt. Hovers Installation fragt, was eigentlich normal und was abweichend ist und ob solche automatisierten Systeme zu einer unnötigen Generalverdächtigung aller Bürger beitragen. Wie beunruhigend.

Und wenn die überwachende Macht nicht nur observiert, sondern gezielt ins Visier nimmt, was dann? Damit machten der chinesische Künstler Ai Weiwei und Hasan Elahi ihre Erfahrungen, auf die sie auch mit Mitteln der Kunst reagierten. Als Ai Weiwei von staatlichen Organen dauerhaft überwacht wurde, begann er, seine Überwacher zu filmen – aber auch sich selbst, um das Vorgehen zu entblößen. Das daraufhin entstandene Projekt „Weiweicam“ – die dafür von ihm eingerichtete Webseite ließ die Zensur nach kurzer Zeit sperren – war bereits in anderen Ausstellungen zu sehen. Doch die zu einer Installation gewordene Dokumentation des Projekts bleibt bedrohlich beeindruckend.

Der Künstler Hasan Elahi hingegen wurde 2002 von US-Behörden fälschlich des Sprengstoffbesitzes verdächtigt. Als diese ihn weiter observierten, nachdem er längst entlastet war, fertigte er jahrelang tausende Bilder seiner Aufenthaltstorte und Alltagssituationen an. Für sein Projekt „Prism“ vereinte er sie zu riesigen Collagen. Sie hängen als meterlange Bahnen in zwei der drei Ausstellungen. Er will auf die enormen Bilderfluten hinweisen, die durch Überwachungswahn entstehen – und zugleich die vermeintliche Macht von Überwachungsbildern schwächen.
Nicht an den kalten Blick der Überwachung gewöhnen

In diesen Momenten wirkt die hier ausgestellte Kunst aufklärerisch. Nur vereinzelt wirkt sie eher belanglos. Etwa, wenn Florian Mehnert für seine „Waldprotokolle“ Mikrofone zwischen Bäumen versteckt, um Spaziergänger ungefragt abzuhören. Er wolle damit zeigen, dass der von Deutschen mythologisierte und als Rückzugsraum geschätzte Wald nicht mehr sicher sei, sagt er.

Allerdings: von einer flächendeckenden Verwanzung der Wälder kann wohl kaum die Rede sein. Mehnert kann eigentlich nur das allgegenwärtige Smartphone meinen, das auch viele Waldbesucher bei sich tragen. Die Zusammenhänge aber werden in dem konstruiert wirkenden Projekt leider nicht deutlich.

Doch insgesamt haben die Ausstellungsmacher die Fährte gut gelegt, um sich auf eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Überwachung einzulassen. Dazu gehört, wie sehr die immer alltäglicher werdende Überwachungsperspektive unsere Wahrnehmung bereits prägt. Darum geht es der Fotografin Viktoria Binschtok mit ihrer Arbeit „World of Details“. Sie stellt den Google-Street-View-Aufnahmen realer Orte eigene Fotografien dieser Orte gegenüber. Während die Google-Kameras Gebäude und zufällig ins Bild geratene Menschen mechanisch und scheinbar objektiv abbilden, arrangiert Binschtok den subjektiven Blick auf die Spuren und Protagonisten des Lebens.

Sie zeigt Menschen in einer Autogarage oder einen faszinierend abgerockten Billardtisch. Damit gelingt es der Künstlerin, den Besucher mit dem bewährten Kombinationspräparat Bildästhetik und Narration zu impfen. Dagegen, sich an den systemischen, kalten Blick von Überwachung zu sehr zu gewöhnen. Wie wohltuend.

Wie Grenzwächter sich selbst inszenieren

Die Gewöhnung ans Ungewöhnliche leisten auch Luftaufnahmen von Drohnen oder Videomitschnitte in öffentlichen Verkehrsmitteln, die immer öfter in den Medien zu sehen sind. Diese voyeuristische Perspektive wird uns zunehmend vertraut. Das Überwachtwerden wird immer gewisser, aber wird es auch bewusster? Auf diese Ambivalenz stößt die Ausstellung „Watching You, Watching Me“ im Museum für Fotografie.

Neben eher bekannten Einblicken wie dem in die Verkleidungs- und Kommunikationstechniken von Stasi-Mitarbeitern zeigt sich hier, wie sehr der überwachende Blick jene Menschen prägt, die ihn technisch steuern. In großformatig ausgestellten Fotografien zeigt Julian Röder die Grenzwächter des europäischen EUROSUR-Systems. Sie inszenieren sich selbst mit ihren Fahrzeugen und tun das konzentriert, angespannt, diszipliniert – gerade so, als wollten sie demonstrieren und rechtfertigen, was sie da tun, um Gefahren abzuwenden, welcher Art auch immer diese sein mögen. Ob man ihre meist maschinenhaft wirkende Haltung als bedrohlich oder beruhigend wertet, überlässt der Künstler den Augen der Betrachter.
Versailles und Chaux: Architektur der Überwachung

Als sehr aufschlussreich erweist sich die Darstellung, welch lange Tradition die Überwachung bereits hat. In der gut recherchierten, sorgfältig aufgebauten Schau „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“ weisen 75 historische Stiche und Zeichnungen, Fotografien und optische Apparate darauf hin, wie religiöse und politische Instanzen seit Jahrhunderten bestrebt sind, ihre Untertanen, die Bürger oder das Volk zu überwachen und zu kontrollieren.

Dafür bedarf es nicht nur technologischer, sondern auch psychologischer Mittel. So lehrte ein nicht genau datierter Kupferstich, dass sich ein Mann erst in der Nacht traut, eine begehrte Frucht vom Baum zu nehmen, weil er sich in der Dunkelheit geschützt vor dem göttlichen Blick wähnt (abgedruckt in „Agnes und ihre Kinder: Ein Lesebuch zur Erzeugung religiöser Gesinnungen bey sechs- bis achtjährigen Kindern“, aus dem Jahr 1809).

Das Auge Gottes als Auge des Staates: Das begriffen die Könige schnell und bedienten sich des Motivs in der Kunst und der Architektur. So in Versailles, wo alle Achsen in einem Punkt zusammenlaufen, von dem aus der Herrscher alles und jeden sieht. Desgleichen der Sitz des Direktors der Arbeiterstadt Chaux oder die entsprechende Anordnung aller Gefängniszellen im viel zitierten Panopticon.

Das sollte später auch für das gesprochene Wort gelten, wie eine Radierung aus dem 17. Jahrhundert zeigt. Auf ihr sind riesige Trichteranlagen in Gebäudewänden zu sehen, die zum Abhören Anwesender gedacht waren. Solche ließ unter anderem die französische Königin Katharina von Medici in die Wände des Louvre einbauen. Und an anderer Stelle der Geschichte hatten dann tatsächlich die Felder Augen und Ohren.
Weniger Ohnmacht, mehr Obacht

In der Summe sind die drei Ausstellungen abwechslungsreich und überzeugend zusammengestellt. Sie eignen sich vor allem für eine unvoreingenommene Annäherung an das Phänomen der Überwachung – vielleicht auch, ohne es gleich politisch zu werten. Für Medienkunst-Kenner waren zahlreiche Installationen zwar schon häufiger zu sehen, alle anderen aber dürften davon profitieren, dass die Macher der Ausstellungen das Thema sehr vielfältig erschlossen haben.

Obwohl sich beim Besuch viele Orwell-Momente bieten, die den Besucher zunächst bestürzt, betroffen oder auch fassungslos machen, verlässt man die Ausstellung nicht mit einer Stimmung der Ohnmacht, sondern der Obacht. Aufgeworfen wird die immer wieder aktuelle Frage, wer eigentlich die Überwacher überwacht. Angeregt wird dazu, sich in Achtsamkeit gegenüber Obrigkeiten und Spitzeleien zu üben, Gegenwehr zu lernen und Menschenverstand zu bewahren.

Die Ausstellung „Watched“ läuft bis zum 23. April im C/O Berlin, die Ausstellungen „Watching You, Watching Me“ und „Das Feld hat Augen“ bis zum 2. Juli im Museum für Fotografie. Es gibt Kombitickets, Führungen und Begleitprogramm. Die oben abgebildeten Ausstellungsmotive stehen nicht unter unserer CC-Lizenz.

Quelle : https://irights.info/…/drei-ausstellungen-machen-die-…/28396

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